„Zeit“ hätte NSU gestoppt

Wären Polizisten nur halb so pfiffig wie „Zeit“-Autoren – den „Nationalsozialistischen Untergrund“ hätte es wohl nie gegeben. Straftaten würden im Nullkommanichts aufgeklärt, etwaige Terroristen sofort erkannt. Dieser Eindruck drängt jedenfalls sich auf, wenn man einen aktuellen Beitrag von Tom Sundermann auf dem Blog der „Zeit“ liest. Sundermann schreibt:

In einer Samstagnacht im April 1996 entdeckte ein Lkw-Fahrer eine Puppe, die von einer Brücke über der Autobahn A4 in der Nähe von Jena baumelte. Als Beamte der Autobahnpolizei den Gegenstand untersuchten, stellten sie fest, dass auf dem Torso ein Davidstern mit dem Schriftzug „Jude“ angebracht war.

Auf der Brücke fanden die Polizisten zwei Kartons, mit Kabeln verbunden, daneben ein Verkehrsschild mit den Worten „Vorsicht Bombe“. (…) Es war ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein Krimineller wie der damals 18-jährige Böhnhardt vor Terroranschlägen nicht zurückschreckte.

Wenn jemand eine Puppe mit der Aufschrift „Jude“ von einer Autobahnbrücke hängt, so zeugt das zweifellos von einem enormen Maß an Menschenverachtung. Die Aggressivität der Symbolik legt auch ein gewisses Maß an Gewaltbereitschaft nahe. Dass der oder die Täter sich zwangsläufig dem Terrorismus zuwenden werden, bedeutet es indes nicht. Sundermann weiter:

Um den Fall kümmerte sich die Sonderkommission Rex, kurz für Rechtsextremismus. Die Beamten ermittelten weder mit viel Elan noch mit großen Erfolgen – vielmehr war die Sonderkommission ein Kessel voller Dorfpolizisten, die aus verschiedenen Ecken Thüringens für eine Art Praktikum abgeordnet wurden. Die Spur führte zu Böhnhardt, weil er einen Fingerabdruck auf einem der Kartons hinterlassen hatte.

Halten wir fest:

1. Die Behörden erkannten die politische Motivation korrekt und übergaben den Fall der zuständigen Sonderkommission.
2. Die Ermittler konnten über einen Fingerabdruck einen Tatverdächtigen ausmachen.
3. Dieser wurde später vom Amtsgericht Jena für die ihm vorgeworfene Tat verurteilt.

Eigentlich ein Bilderbuch-Beispiel für saubere Polizeiarbeit. Doch alles, was Tom Sundermann dazu einfällt, ist die in dieser chaotischen Situation unmittelbar nach dem Ende der „DDR“ ermittelnden Beamten als „Dorfpolizisten“ abzuqualifizieren und ihnen mangelnden Elan zu unterstellen. Mit objektiven Journalismus hat dies nichts, mit Verbreitung der eigenen Ressentiments dafür aber um so mehr zu tun.

Yasmin ist stolz

FahimiSPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi ist stolz. In ihrer Heimatstadt Hannover nämlich haben „mehr als 2000 Leute (..) gegen den rechten Mob demonstriert, friedlich aber bestimmt“. Nun gut, die Vergehen des „rechten Mobs“ beschränkten sich auf das zweimalige Zünden von Pyrotechnik. Und friedlich war der Protest gegen ihn, nun ja, auch nicht wirklich. Im Polizeibericht heißt es:

Im Bereich der Schmiedestraße stellten die Einsatzkräfte das Aufnehmen von Steinen fest. Nachdem sich die Beamten vor möglichen Angriffen wappneten und ihre Helme aufsetzten, blieben allerdings in der weiteren Folge Steinwürfe aus. Als aus dem Zug heraus vermehrt Böller und Flaschen geworfen wurden, brachten die Einsatzkräfte einen Wasserwerfer in Position. Entgegen einzelner Berichterstattung wurde der Einsatz nicht angedroht. Die Demonstranten wurden lediglich aufgefordert, das Werfen einzustellen und sich friedlich zu verhalten. Darüber hinaus griffen Versammlungsteilnehmer des linken Spektrums Polizisten an einer Straßensperre an der Königstraße / Berliner Allee an. Die Beamten konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen, das von ihnen zurück gelassene Fahrzeug hingegen wurde erheblich beschädigt.

Das ist allerdings noch nicht alles. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schreibt:

Ein HAZ-Reporter meldet, dass die Bierstube „Larifari“ in der Andreastraße angegriffen worden ist: Bengalische Feuer wurden gezündet, Stühle flogen ins Fenster und es gab Rufe:“ Nazischweine“. Polizei war nicht in der Nähe.

Der „Focus“ sekundiert:

17.51 Uhr: Wie ein Polizei-Reporter meldet, ist ein Hooligan nach einer Schlägerei ins Krankenhaus eingeliefert worden. Weitere Personenschäden sind bisher nicht bekannt.

Tatsächlich handelt es sich wohl um ein und denselben Vorfall. Auf einem Video (siehe unten) sind die Geschehnisse festgehalten. Darauf ist eine Gruppe von rund 30 schwarz gekleideten Kämpfern für eine bessere Welt zu sehen, die – um in der Diktion von Frau Fahimi zu bleiben – vier Angehörige des „rechten Mobs“ angreift und einen von ihnen zu Boden prügelt.

Gewalt hat es also eine ganze Menge gegeben. Nur eben nicht vom „rechten Mob“, weshalb die Medien lediglich von „vereinzelten Scharmützel in der City“ (Hannoversche Allgemeine Zeitung) zu berichten wissen. Dafür hat Yasmin Fahimi ein beeindruckendes Maß an Autosuggestion unter Beweis gestellt. Das ist doch auch schon mal etwas.

Nachtrag: Die Polizei hat in oben geschilderten Fall Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts aufgenommen. Demnach haben die Täter, die auch Schlagwerkzeuge verwendet haben sollen, den Tod ihres Opfer jedenfalls billigend in Kauf genommen. In einer entsprechenden Pressemitteilung ist von Kopfverletzungen, einem Kieferbruch, einem Rippenbruch sowie diversen Prellungen die Rede.